Planetencenter: Neubau nach Teilabriss

Endlich kommt Bewegung in das Garbsener Planetencenter: Leerstand und Verfall des Einkaufszentrums sollen bald der Vergangenheit angehören.

Noch herrsche im Planetencenter die „organisierte Unverantwortlichkeit“, stellt Alexander Heuer (SPD), Bürgermeister der Stadt Garbsen, während einer Einwohnerversammlung am Montagabend fest. Durch die Insolvenz des bisherigen Besitzers gebe es kein Budget, kein Personal und keinen Ansprechpartner - jeder Mieter könne machen, was er wolle. Während sich im südlichen Teil des Einkaufszentrums noch relativ viele Einzelhändler gehalten haben, reiht sich im nordwestlichen Teil ein Leerstand an den anderen. Das soll sich nun mit dem Engagement der Hildesheimer Lüder Unternehmensgruppe ändern. Mehr als 100 interessierte Anwohner und Einzelhändler waren Heuers Einladung gefolgt, um sich aus erster Hand über den derzeitigen Stand der Planungen zu informieren.

Präsentierten den derzeitigen Planungsstand: Günter Rahlfs, Alexander Heuer und Carl Matthias Rathgen (v.l.).

 

„Der Standort Garbsen hat für uns eine nachhaltige Werthaltigkeit“, versichert Lüder-Geschäftsführer Carl Matthias Rathgen. Sein Unternehmen werde von den in den notariellen Kaufverträgen vereinbarten Rücktrittsrechten keinen Gebrauch machen, sondern habe die ernsthafte Absicht, für das in den 1970er Jahren erbaute Planetencenter eine neue Zukunft zu schaffen. Hierzu soll der noch stark frequentierte, südliche Bauteil mit der sogenannten „Mall“ erhalten und deutlich aufgewertet werden, während der restliche Baukörper ab Herbst 2013 abgerissen werden soll. Innerhalb eines Jahres sollen dann neue Einzelhandelsflächen geschaffen werden, die sich über eine überdachte Pergola zur Mitte des Geländes hin öffnen. Hier werden künftig alle Parkflächen konzentiert, so dass der Parksuchverkehr reduziert werden könne, so Rathgen. Über rund 12.000 Quadratmeter Verkaufsfläche soll das neue Planetencenter verfügen - weniger als früher, aber fast doppelt soviel wie derzeit belegt. Beim zukünftigen Angebot setzt Rathgen zu aller erst auf die bestehenden Mieter, bei denen es sich um hochmotivierte Kaufleute handele, die ihre Geschäfte in einer derzeit nicht einfachen Situation betrieben. Nachdem nun die Entscheidung zur Investition endgültig gefallen sei, werde man die Gespräche mit potentiellen Mietern intensivieren. Grundsätzlich würden Kunden ab 2014 dieselben Sortimente finden wie sie auch früher bereits im Planetencenter angeboten wurden. Dazu zählten auch gastronomische Angebote, nicht aber ein großflächer Elektronikfachhandel. Ein solcher sei hingegen für das neue Shopping- und Freizeitcenter rund um das Cinestar in Garbsen-Mitte vorgesehen, so Heuer. Eine Konkurrenz zu diesem sowie dem gegenüber dem Rathaus gelegenen „Shopping Plaza“ sehen Heuer und Rathgen nicht. Das Plaza sei „ein gut gemanagetes Einkaufscenter“, das jedoch andere Ziele verfolge als das Planetencenter, so Rathgen. „Beide Center haben nebeneinander eine gute Berechtigung.“


Neben den neuen Einzelhandelsflächen sollen im nordöstlichen Teil des Geländes neue Büroimmobilien entstehen. Mit einem Bedarf von über 2.000 Quadratmeter zählen die Jugendhilfe der Region Hannover sowie die Stadt Garbsen für die Volkshochschule zu den ersten Interessenten. Aber auch in direkter Nachbarschaft zum Planetencenter soll es Änderungen geben. Auf einer bisher als Parkplatz genutzten, städtischen Fläche in der Nähe der Stadtbahn-Haltestelle sollen Senioren- und Studentenwohnungen entstehen. Erste Planungen für 42 Studentenwohnungen sowie 18 altengerechte und barrierefreie Einheiten stellte Günter Rahlfs vor. Der Geschäftsführer der Neustädter Rahlfs Immobilien GmbH sieht für beide Nutzungsformen eine steigende Nachfrage in Garbsen. Die Nähe zum neuen Planetencenter und die gute Erreichbarkeit seien gute Voraussetzungen für den Standort.

 

Erschienen im WirtschaftsDienst Hannover am 29. Januar 2013.

Autor: Andreas Bosk

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