Volksbank: Erneut 5,5 Prozent Dividende

Ein deutliches Wachstum konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Hannoversche Volksbank eG erreichen. Um 6,9 Prozent erhöhte sich die Bilanzsumme des genossenschaftlichen Kreditinstitutes auf nunmehr 4,45 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum wuchsen die Einlagen um 9,4 Prozent, die Zahl der Mitglieder stieg um 4.250 auf jetzt mehr als 106.000. Die Volksbank habe sich damit auch im 152. Jahr seit ihrer Gründung als „verlässlicher Partner ihrer mittelständischen Privat- und Firmenkunden“ präsentiert, so Vorstandssprecher Jürgen Wache bei der Vorstellung der Jahresergebnisse. Die Bank sei der genossenschaftlichen Philosophie, die Einlagen ihrer Kunden als Kredite für private Kunden und die regionalen Unternehmen auszugeben, treu geblieben. „Wir sind hier in unserer Region zuhause und haben unseren Kunden attraktive Konditionen geboten, obwohl im fünften Jahr der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise die Refinanzierung über die Europäische Zentralbank oder institutionelle Anleger viel günstiger gewesen wäre. Meine Vorstandskollegen Gerhard Oppermann und Gisbert Fuchs sind genau wie ich jedoch davon überzeugt, dass diese Verlässlichkeit eine gute Investition in jede Einzelne unserer mehr als 235.000 Kundenverbindungen ist“, so Wache.

Mit einem Volumen von 3,3 Milliarden Euro oder 74,3 Prozent machen die Kundeneinlagen den Großteil der Bilanzsumme aus. Um 285 Millionen Euro sind diese im Jahr 2012 gestiegen, der Löwenanteil des Zuwachses kommt mit 183 Millionen Euro von den mittelständischen Firmenkunden. So hätten viele mittelständische Unternehmen die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre genutzt, um ihren Verschuldungsgrad zurückzufahren. Im selben Zeitraum stieg aber auch die Vergabe von Krediten um 1,9 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro. Während im Privatkundenbereich vor allem Baufinanzierungen eine Rolle spielten - Konsumentenkredite werden von der Hannoverschen Volksbank innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe lediglich vermittelt -, lag ein Schwerpunkt im Kreditgeschäft auf den inhabergeführten mittelständischen
Unternehmen, den Selbständigen und Freiberuflern. Auch wenn unsere mittelständischen Firmenkunden erhebliche Überschüsse sicher bei uns parken, benötigen sie Investitionskapital. Die Nachfrage neuer Kredite in diesem Umfang hat uns vor Herausforderungen gestellt, unsere internen Ziele für die zeitnahe Abwicklung
dieser Anfragen zu realisieren. Wir haben die Weichen gestellt, auf derartige Spitzen zu reagieren“, stellt Wache fest. Insgesamt sagten die Berater im Jahr 2012 mehr als 7.500 Kredite mit einem Gesamtvolumen von fast 950 Millionen Euro zu. Rückläufig waren hingegen die Anfragen von Existenzgründern. Man gehe davon aus, dass der Rückgang der guten wirtschaftlichen Situation und Beschäftigungssituation geschuldet sei, so Pressesprecher Marko Volck. Der in der Gewinn-und Verlust-Rechnung ausgewiesene Zinsüberschuss blieb gegenüber dem Vorjahr mit 108,2 Millionen Euro stabil. Der Provisionsüberschuss war mit 27,7 Millionen Euro etwas schwächer als im Vorjahr (29,6 Millionen Euro). Aus dem Jahresüberschuss von 12,5 Millionen Euro will die Bank wieder eine Dividende von 5,5 Prozent an ihre Mitglieder zahlen.

 

Immobilien: „Ein gutes Geschäft“


Keinen Einfluss auf die Bilanz, aber dennoch eine Bedeutung für die Volksbank hatte hingegen ein anderes Geschäft, das kurz vor Jahresende abgewickelt wurde. Für insgesamt 32 Millionen Euro erwarb die Genossenschaftsbank ihre Geschäftszentrale in der Kurt-Schumacher-Straße sowie die von ihr selbst genutzten Gebäude in Burgdorf, Burgwedel und Berenbostel von der französischen NATIXIS-Gruppe zurück. Sie machte damit von einem Vorkaufsrecht Gebrauch, das sie sich von der Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Jahr 2006 einräumen ließ. Damals verkaufte das hannoversche Institut seinen gesamten Immobilienbestand als Paket für 76 Millionen Euro, um als Mieter an seinen über 100 Standorten in der Region flexibler agieren zu können. Nur für vier strategisch besonders wichtige Objekte behielt sich die Volksbank einen Zugriff vor, sollte NATIXIS die Immobilien irgendwann - wie jetzt geschehen - weiterveräußern wollen. Sowohl der damalige Verkauf als auch der jetzige Teilrückkauf seien für die Volksbank „ein gutes Geschäft“ gewesen, so Wache.

 

Erschienen im WirtschaftsDienst Hannover am 21. Januar 2013.

Autor: Andreas Bosk

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