Karolines Stadtgespräch: Inventur - die "Große Zählung"

Neues Jahr, neue Zahlen - nach diesem Motto finden in diesen Wochen wieder in vielen Unternehmen in der Region Inventuren statt. Zum Jahresabschluss will und muss jeder Unternehmer wissen, wo er steht und schafft sich so eine Grundlage für den Unternehmenswert aber auch für die operative Planung des nächsten Jahres. Doch so wichtig sie sind: Inventuren gehören nicht zu den beliebtesten Ereignissen im Unternehmerjahr. Sie bedürfen einer guten Vorplanung, entziehen dem Kerngeschäft wertvolle personelle und zeitliche Ressourcen und führen nicht selten zu einer Wertminderung des Warenbestandes und damit des Vermögens. Dass Inventur - zumindest für Außenstehende - auch Freude machen kann, zeigt nun wieder einmal der Zoo Hannover. Nicht, weil die Ergebnisse weniger relevant oder der Aufwand geringer ist - im Gegenteil. Freude macht ausnahmsweise das zu Zählende.

Mit 3.306 erfassten Positionen ist der Bestand zwar deutlich geringer als in jeder Supermarktfiliale, doch hat jede Warengruppe so ihre eigenen Tücken zu bieten. Weil manche Tierarten pausenlos unterwegs sind, werden sie nach ausgeklügelten
Methoden geschätzt, wie der Vogelschwarm im Urwaldhaus oder die Forellen im Hafenbecken von Yukon Bay. Da sich die freifliegenden Vögel nicht einfangen lassen, wird ihre Futterstelle tagelang beobachtet. Die Anzahl der dort pickenden Vögel wird später hochgerechnet. Die Forellen werden bei den Tauchgängen der Tierpfleger beobachtet und geschätzt. Die Ameisen zu zählen, die bergauf-bergab durch ein langes Röhrenlabyrinth krabbeln, wäre Sisyphos-Arbeit. Die Blattschneider-Ameisen werden nur als Volk, gleich 1 Tier, gezählt – obwohl es natürlich Tausende Individuen sind. Doch was mit einem Augenzwinkern bleibt, ist die Frage des Unternehmers: wie werden die Tiere in der Bilanz dargestellt? Als Anlage- oder (R-)Umlaufvermögen?

Ihre Karoline

 

Fast 50 Jahre verkaufte Karoline Duhnsen (1906-2001) in der Markthalle Hannover Wurst- und Fleischwaren. Marktbeschicker und Kunden haben ihr 1999 ein Denkmal gesetzt. „Oma Duhnsen“ hat sicherlich viel mitbekommen und konnte zu vielem etwas sagen. Aus diesem Grund steht Karoline Pate für das Stadtgespräch.

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