Linden: enercity investiert 155 Millionen

Außen alt, innen neu - so lässt sich die jüngste Investition der Stadtwerke Hannover AG (enercity) in das Kraftwerk Linden zusammenfassen. Rund 155 Millionen Euro hat der örtliche Energieversorger in die Erneuerung der Gas- und Dampfturbinenanlage gesteckt und sieht darin einen wichtigen Beitrag für die regionale Energiewende. Nach einer vierjährigen Bau- und Probebetriebsphase wurde das Kraftwerk mit seinen drei markanten Türmen im 1960er-Jahre-Stil jetzt dem kommerziellen Dauerbetrieb übergeben.

„Diese Modernisierung zeigt, dass konventionelle Kraftwerke fester Bestandteil der Energiewende sind und nicht gegen die Erneuerbaren ausgespielt werden dürfen. Investitionen in effiziente Kraftwerke mit weniger CO2-Ausstoß müssen auch in Zukunft möglich sein und dürfen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht behindert werden“, so Niedersachsens Umweltminister Dr. Stefan Birkner (FDP) anlässlich der Einweihung am vergangenen Donnerstag. Mit Einbau einer zweiten Gasturbine und der erneuerten Dampfturbine wird die Leistung des Heizkraftwerks Linden bei der Stromproduktion um rund 130 Megawatt (elektrisch) auf 230 Megawatt erhöht. Die Fernwärmeleistung wird ebenfalls von 90 Megawatt (thermisch) auf 180 Megawatt verdoppelt. In Winter-Spitzenzeiten erreicht die Anlage bei maximaler Wärmeauskopplung somit einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent. Dahinter steckt modernste Kraftwerkstechnik, die kaskadenartig auf mehreren Ebenen die bei der Umwandlung anfallende Energie nutzt. Mit Erdgas befeuerte Gasturbinen erzeugen Strom und deren rund 600 Grad heißes Abgas erhitzt im Kesselhaus wiederum Dampf für die dahinter angeschlossene klassische Dampfturbine. In ihr wird nicht nur Strom erzeugt, sondern deren Abwärme für das hannoversche Fernheiznetz genutzt.

 

„Die neue Kraft-Wärme-gekoppelte Anlage ist eine Stütze der Energiewende, denn sie kann unseren Kunden Strom und Wärme zuverlässig liefern, auch wenn Wind oder Sonne nicht zur Verfügung stehen“, sagt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Michael Feist und hebt hervor: „Mit der neuen Gas- und Dampfturbinentechnik sind wir gut auf den zukünftigen Energiemarkt vorbereitet, denn die Anlage zeichnet sich durch hohe Flexibilität – bei maximaler Effizienz und minimalen Umweltbelastungen - aus. Sie ist sehr gut regelfähig und hat kurze Anfahrzeiten bis zur Volllast“. Voll des Lobes ist auch Hans Mönninghoff. „Mit 200.000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr leistet enercity mit dieser effizienten Strom- und Wärmeerzeugung einen Löwenanteil zum Klimaschutzprogramm Hannovers. Die gemeinsam mit enercity 2008 ins Leben gerufene Klima-Allianz 2020 strebt eine CO2-Reduktion von insgesamt rund 700.000 Tonnen an“, so der Umwelt- und Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt.

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