Bosch Rexroth: Betriebsrat befürchtet Verkauf

Die Bosch Rexroth AG beabsichtige in nächster Zukunft einen Verkauf ihrer Pneumatiksparte. Davon gehen der Betriebsrat der Bosch Rexroth Pneumatics GmbH und die IG Metall Verwaltungsstelle Hannover aus und haben die Belegschaft am Laatzener Standort des Unternehmens am Montagvormittag entsprechend in einer Betriebsversammlung informiert. Das Unternehmen selbst wollte zu einem möglichen Verkauf keine Auskunft geben.

In den vergangenen Wochen hätten Gespräche auf Gesamtbetriebsratsebene mit dem Ziel stattgefunden, ein Sicherungspaket für die betroffenen Beschäftigten zu schnüren. Bisher hätten sich beide Seiten jedoch noch nicht einigen können. „Der Vorstand hat uns nur minimale Zusagen gemacht. Man möchte uns mit Absichtserklärungen und geringen Zugeständnissen abspeisen. Wir fordern aber handfeste Sicherheiten, die unsere Kolleginnen und Kollegen vor möglichen Risiken bei einem neuen Eigentümer schützen“, erklärt Betriebsratsvorsitzender Michael Brozy. „Bislang mauert das Management auf allen Ebenen. Statt Offenheit und Kooperation erleben wir ein einzigartiges Schauspiel an Taktiererei. So geht man mit einer Belegschaft nicht um, die Angst um ihre Zukunft hat“, ergänzt Gewerkschaftssekretär Sascha Dudzik. Im Mittelpunkt der Befürchtungen stehe im Falle eines Verkaufs der Verlust von Arbeitsplätzen. Der Betriebsrat habe deshalb die Muttergesellschaft aufgefordert, die Pneumatiksparte nicht zu verkaufen. Sollte der Vorstand von seinen Verkaufsabsichten nicht abrücken, fordern IG Metall und Betriebsrat durchsetzbare Garantien. Dazu gehören, dass der Verkauf nur im Rahmen einer industriellen Lösung erfolgt, die Pneumatiksparte nicht zerschlagen wird, Standort und Beschäftigung gesichert werden sowie alle tariflichen und betrieblichen Regelungen beibehalten werden. Darüber hinaus solle Bosch gegenüber den Mitarbeitern auch nach dem Verkauf eine „weitreichende Haftung“ einnehmen, so die Forderung der Mitarbeitervertretung.

 

Bereits vor einem Jahr war bekannt geworden, dass sich die Bosch Rexroth AG von ihrer Pneumatiksparte trennen möchte. Im März 2012 haben hunderte Beschäftigte aus verschiedenen Standorten vor dem Werkstor in Laatzen gegen diese Pläne demonstriert. Im Mai platzten die Verkaufsgespräche zwischen dem Vorstand und einem möglichen Erwerber. Seitdem wird die Pneumatiksparte systematisch aus der Bosch Rexroth AG separiert. Betriebsrat und IG Metall sehen hierin eine Verkaufsvorbereitung

 

Die Bosch Rexroth AG mit Hauptsitz in Lohr am Main ist eine hundertprozentige Tochter der Robert Bosch GmbH und beschäftigt deutschlandweit rund 20.000 Mitarbeiter, davon 850 im Bereich der Pneumatik. Davon arbeiten am Standort Laatzen 680 und in Gronau rund 70 Beschäftigte. Weitere betroffene Standorte befinden sich in Bonneville (Frankreich), Eger (Ungarn), Lexington (USA) sowie Wujin (China).

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